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Leseprobe


Ein Behandlungskonzept mit vielen Wirkungen

An zehn aufeinander folgenden Tagen jeweils 30 Minuten lang mit den Delfinen zu arbeiten, ist viel Zeit, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dieses therapeutische Ziel besteht in erster Linie in einer Verbesserung und Verlängerung der Konzentrationsphase. Denn gerade behinderte und schwerstbehinderte Kinder, aber auch Kinder, die unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) leiden, haben große Schwierigkeiten, sich über längere Zeit hinweg auf etwas zu konzentrieren und ihre Wahrnehmung auf diese Aufgabe voll und ganz zu richten. Deshalb kommt es zu Defiziten in allen Lernsituationen. Kann diese Zeitspanne mit Hilfe der Delfintherapie verlängert werden, wirkt sich dies sowohl auf den geistig-kognitiven als auch auf den emotionalen sowie den motorisch-körperlichen Bereich positiv aus. Denn alle sind über die Schaltzentrale Gehirn miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Das erste Wort nach Jahren des emotionalen Rückzugs, die Aufnahme neuer Wörter in den Sprachschatz sowie das erste glückliche Lächeln eines autistischen Kindes und das Erkennen seiner Bezugsperson sind beispielsweise solche Fortschritte, die in emotional-geistiger Hinsicht erzielt werden können.

Mehr Beweglichkeit oder Bewegungen, die vorher gar nicht möglich waren, werden zunächst durch die Lockerung der Muskeln, Sehnen und Bänder beim Schwimmen mit den Delfinen erzielt. Bei der therapeutischen Nachbehandlung lassen sich diese positiven Effekte vor allem durch das intensive Training auf dem Galileo noch um ein Vielfaches erhöhen. Doch die starken Vibrationen, die von diesem Gerät ausgehen, stärken nicht nur die Knochen und Muskeln. Es werden dadurch auch neuronale Prozesse im Gehirn aktiviert, so dass die rechte und linke Gehirnhälfte besser miteinander koordiniert werden können. Und das wiederum erhöht die Denk-, Merk- und Lernfähigkeit der kleinen Patienten. Gerade die Koordination beider Gehirnhälften in einem für das betroffene Kind bislang ungewohnten Ausmaß schafft die Grundlagen, um

  • neue Bewegungsmuster zu erlernen und auszuführen,
  • sprachliche Fähigkeiten zu entwickeln und
  • emotionale Bindungen einzugehen.

Diese ganzheitlichen Fortschritte werden während der Delfintherapie nach der Kemer-Methode durch die Summe aller therapeutischen Behandlungen und erlebten Erfahrungen erreicht, und zwar sowohl durch die Aktivierung der sinnlichen Wahrnehmung als auch durch die variantenreiche Kombination bestimmter Übungen im Wasser und an Land.